Siemens Healthineers

Siemens Healthineers AG ist die Muttergesellschaft mehrerer Unternehmen, die als Konzern weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen sind und Ende September 2018 rund 50.000 Mitarbeiter in 75 Ländern der Welt beschäftigten. Hauptsitz und Zentrale in Deutschland ist München, Standorte der operativen Gesellschaften wie der Siemens Healthcare GmbH befinden sich in Erlangen, im benachbarten Forchheim sowie in Kemnath, Rudolstadt und Marburg. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurde ein Umsatz von 13,4 Mrd. Euro erzielt. Das Unternehmen liegt im weltweiten Vergleich der größten Medizintechnik-Hersteller auf Platz sechs hinter Medtronic, Johnson & Johnson, General Electric, Fresenius Medical Care und Philips.

Im Jahr 1847 wurde die Firma Siemens & Halske (S & H) in Berlin gegründet, welche in den Jahren 1850 bis 1866 mit der Produktion elektromedizinischer Geräte begann.[5] Erwin Moritz Reiniger wiederum gründete am 24. Mai 1877 am Erlanger Schloßplatz einen Gewerbebetrieb; in seiner ersten Werbeanzeige empfahl er


alle Arten von constanten Batterien…, ferner Thermometer, Aracometer, Urinometer, Mikroskope…; ferner: Brillen, Pince-nez in 8- und 14-kar. Gold, Silber, Neu-Silber und Stahl. Ebenso werden Haustelegraphen- und Telephonleitungen bestens eingerichtet sowie auch alle in mein Fach schlagende Arbeiten und Reparaturen prompt und billig besorgt. Ein von meiner Privatwerkstätte in das physik. Cabinet gehendes Telephon mit elektr. Leitung und Glocken kann jederzeit in Augenschein genommen werden (Erlanger Tageblatt, 20.XII.1877).


Reiniger, Gebbert & Schall (1906 zur Aktiengesellschaft mit 1,2 Millionen Mark Stammkapital umgewandelt) entstand durch Gründung einer oHG im Jahre 1886 unter dem Namen Vereinigte Physikalisch-Mechanische Werkstätten Reiniger, Gebbert & Schall, Erlangen – New York – Stuttgart (RGS) durch Erwin Moritz Reiniger, Max Gebbert und Karl Friedrich Schall. Gebbert und Schall hatten zuvor eine gemeinsame Werkstatt in Stuttgart betrieben. Im Jahre 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg die Röntgenstrahlen. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Entdeckung der Röntgenstrahlen begannen RGS 1896 mit der Produktion von Röntgenröhren und den zugehörigen Apparaten.


Die Siemens-Reiniger-Werke AG (SRW) entstanden 1932 aus dem Zusammenschluss der Firmen Reiniger, Gebbert & Schall AG in Erlangen (Bayern), der Phönix Röntgenröhren-Fabriken AG in Rudolstadt (Thüringen) und der Siemens-Reiniger-Veifa-Gesellschaft für medizinische Technik m.b.H. (SRV; Veifa: „Vereinigte Elektrotechnische Institute Frankfurt-Aschaffenburg“) in Berlin-Siemensstadt.


Zum 1. Oktober 1966 ging aus der Fusion der bis dahin eigenständigen Aktiengesellschaften Siemens & Halske (S & H), Siemens-Schuckertwerke (SSW) und Siemens-Reiniger-Werke (SRW) die heutige Siemens AG hervor. Der medizintechnische Bereich firmierte nun unter dem Namen Siemens AG, Wernerwerk für medizinische Technik. Im Zuge einer allgemeinen Umstrukturierung wurde das Wernerwerk 1969 in Siemens Unternehmensbereich Medizintechnik (UB Med) und 2001 in Medical Solutions umbenannt. Im Juni 2002 beging der Bereich Siemens Medical Solutions in Erlangen, Forchheim, Kemnath und Rudolstadt sein 125. Jubiläum.


Im Februar 2014 wurde der Bereich Health Services durch die Cerner Corporation übernommen.


Bis 2001 hieß der Unternehmensbereich Medizinische Technik (UB Med), danach bis Ende 2007 Siemens Medical Solutions (Med). Zum 1. Januar 2008 wurde die Medizintechnik unter dem Namen Siemens Sector Healthcare als einer der vier Sektoren der Siemens AG geführt. Vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. April 2015 besaß der Geschäftsbereich die Bezeichnung Siemens Healthcare.


Zum 1. Mai 2015 wurde der Geschäftsbereich in die rechtlich eigenständige Siemens Healthcare GmbH ausgegliedert. Die Siemens AG blieb hierbei jedoch alleinige Gesellschafterin.


Im Mai 2016 wurde im Rahmen einer Mitarbeiterveranstaltung die Etablierung des Markennamens Siemens Healthineers bekannt gegeben. Der neue Namen setzt sich aus Silben der drei englischen Worte „health“ (Gesundheit), „engineer“ (Ingenieur) und „pioneer“ (Gründer) zusammen, er soll den Pioniergeist und das Ingenieurwissen des Unternehmens unterstreichen. Das Unternehmen selbst firmierte aber zunächst weiterhin als Siemens Healthcare GmbH.


2017 erhielt das Unternehmen einen Großauftrag im Umfang von 4,1 Mrd. Dollar vom US-Verteidigungsministerium.


Im August 2017 gab die Siemens AG bekannt, Siemens Healthineers an die Börse bringen zu wollen.[9] Dafür wurde die Siemens Healthineers AG gegründet. Siemens hatte bis dato nicht bekannt gegeben, welchen Anteil der Mutterkonzern nach dem Börsengang halten würde, nach Zeitungsberichten sollte maximal ein Viertel der Anteile abgegeben werden.


Im Dezember 2017 gab das Unternehmen die Übernahme des in Luxemburg ansässigen Unternehmens Fast Track Diagnostics bekannt.